Wir sind wieder zurück von unserem Kayakausflug durch den Abel Tasman Nationalpark und mittlerweile in Blenheim.
Diesmal hat der Wecker rechtzeitig geklingelt und wir waren überpünktlich in Motueka, wo wir einchecken sollten und uns noch Schlafsäcke und Matratzen dazu gemietet haben, weil wir keine mehr gekauft haben. Stellte sich jedoch als Fehler raus, aber dazu später ;)
Von Motueka ging es weiter nach Manahau, wo wir unser Kayak beladen konnten (unser Gepäck hat doch tatsächlich reingepasst und der "Einweiser" Lucas meinte sogar noch, dass wir wenig mithätten). Er hat uns viel zu viele Informationen gegeben, welche Buchten sich lohnen zum Halt machen und welche weniger, was man sich sonst noch ansehen sollte und was nicht und worauf man sonst noch achten sollte vor allem beim Wetter. Wegen der Masse blieb das Meiste dann doch nicht im Kopf hängen. Außerdem hat er erzählt, dass diese Doppelkayaks "Divorce-Boats" heißen :D Das blieb hängen ;)
Daraufhin hat er uns eine 10 minütige Paddeleinführung im Wasser gegeben und wir durften aufbrechen. Ziel war das Mosquito Bay, wo wir zwei Übernachtungen "gebucht" hatten.
Als wir uns an Land aufhielten, sah das Wasser wirklich schön aus: keine Wellen, kaum Wind usw. Doch als es dann losging gab es natürlich Gegenwind und viele Wellen, die sich über die gesamten ersten 5km hinzogen. Der Spaß ging also von Anfang an gut in die Arme. Die Route durch den Nationalpark lohnt sich dennoch auf jeden Fall. Man paddet an der Küste vorbei mit Steilwänden und Urwäldern und an unzähligen Buchten. Das Wasser ist so klar wie unser Leitungswasser, nur leider zu kalt zum Baden gehen.
Die letzen 1,5 Stunden der Hinfahrt zogen sich durch "rough water", wobei teilweise die Spitze unseres Kayak in den Wellen versank. Die Wellen waren ca. 1,5 Meter hoch, was aus so einer Nussschale schon ziemlich hoch ist. Zusätzliche Schwierigkeiten bot das auswerten der Karte, die wir mitbekommen hatte. Viele Stellen waren notdürftig repariert und einfach übergeklebt.
Wir schafften es aber die Mosquito Bay zu finden und unser Zelt noch rechtzeitig vor dem Regen aufzubauen. Kurz nach der Fertigstellung (15Uhr) fing es dann auch an zu regnen (ca.15:30Uhr) und hörte an dem Tag auch nicht mehr auf. So hatten wir uns den ersten Abend nicht wirklich vorgestellt. Zusätzlich ist etwas Wasser in die Gepäckfächer des Kayaks gekommen und die Plastiktüte im die Schlafsäcke war undicht. Die waren also ziemlich nass und sowieso ziemlich eklig. (Hätten uns also doch lieber eigenen kaufen sollen) Die restlichen Sachen waren alle etwas feucht und draußen aufhängen ging leider auch nicht. So wurde also alles schnell ins Zelt gepackt.
Danach mussten wir noch das Kayak weiter an Land ziehen. Wir kamen bei Ebbe an, was ziemlich doof war, denn bei Ebbe ist die Strecke, die wir mit dem Kayak zurücklegen müssen, deutlich länger. Und so ein Doppelkayak ist ZIEMLICH schwer. Glücklicherweise haben wir Regenjacken von Lucas bekommen, so sind wir dabei immerhin nicht komplett nassgeworden, obwohl die Jacken auch irgendwann ihren Dienst verweigerten.
Durchgefroren und nass sind wir nach getaner Arbeit ins Zelt geflüchtet und dort auch nicht mehr rausgegangen an dem Abend. Aufwärmen konnten wir uns darin allerdings auch nicht, die meisten Sachen waren nass und Schlafsäcke hatten wir ja auch keine mehr. Wir haben uns alles angezogen, was wir mithatten und haben uns unter die Picknickdecke gelegt, die aber leider auch nicht wirklich warmhielt, weil sie aus Plastik ist. Die gemieteten Matratzen trugen ebenfalls nicht zum Komfort bei, sondern waren eher eine Beleidigung. Unsere Rücken, die eh schon etwas mitgenommen waren, von der ganzen Ruderei, wurden die Nacht dann richtig gequält. Es war also eine recht schlaflose, unbequeme und kalte Nacht.
Am nächsten Tag schien dann aber die Sonne und wir konnten alle Sachen raushängen und trocknen und uns selbst endlich richtig aufwärmen. Wenig später kam dann auch schon der erste Besuch auf unsere einsame Insel. (Eigentlich ist es ja keine Insel, aber man fühlt sich dort etwas ausgesetzt und erlebt noch eher das "Ende-der-Welt-Gefühl" als am Cape Reinga. Außerdem waren wir die einzigen die dort gecampt haben und nur tagsüber haben einige Kayaks dort Halt gemacht).
Richtig Lust zu paddeln hatten wir nach den Strapazen der Nacht allerdings noch nicht, haben uns dann aber doch noch aufgerafft und es hat sich bewährt. Jemanden bezahlen, um mit Seehunden zu schwimmen, müssen wir jetzt nicht mehr. ;) Wir waren zwar nicht im Wasser, aber die kommen wirklich sehr dicht ans Kayak. Auf dem Rückweg haben wir noch unser Trinkwasser an der Bucht nebenan aufgefüllt, denn das Wasser an unserer Bucht, muss man erst abkochen, bevor man es trinken kann.
Die zweite Nacht war schon um einiges gemütlicher, weil die diesmal ja Schlafsäcke hatten, dennoch war es etwas kalt und die Matratzen sind auch nicht von alleine bequemer geworden.
Geweckt wurden wir beide von zwei Tieren, die direkt neben unserem Zelt kämpften. Dass es dort Possums geben sollte, wussten wir (habe ich auch auf einem nächtlichen Klogang getroffen), aber das andere Tier hörte sich eher wie ein Schwein an. Die einzigen Spuren, die wir am nächsten Tag fanden, waren lediglich ein paar Haare vom Possum.
Am dritten Tag stachen wir relativ früh in See und konnten uns so viel Zeit beim Paddeln lassen und es von Wind und Wellen treiben lassen, die ausnahmsweise mal auf unserer Seite waren.
Zurück an Land ging es weiter im Waka-Thete (das Auto hat einen Zweitnamen bekommen) nach Blenheim, wo wir eine Nacht im Hostel verbracht haben und eine Dusche genossen konnten. Heute wollen wir die Port Underwood Road fahren, leider ist das Wetter nicht so schön wie beim letzen Mal. Danach geht es dann weiter nach Kaikoura.:)
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